Frühere Feuerwehrhäuser

Über das erste Feuerwehrhaus nach der Gründung 1882 gibt es nur vage Angaben. Es kann davon ausgegangen werden, dass es bei der St. Anna-Schule stand. Die Schule stand auf dem heutigen Parkplatz „Normaluhr“ mit dem westlichen Giebel Richtung Burgstraße. Hierin waren eine Handdruckspritze, Leitern und die persönliche Ausrüstung untergebracht. 1883 brannte die danebenstehende Schule.

Bekannt ist, dass sich das Gerätehaus später im Erdgeschoß der St. Anna-Schule befand. Die Ausfahrt war auf die unmittelbar vorbeiführende Hauptstraße. Hier war auch eine pferdebespannte Handruckspritze, Leitern und sonstiges Gerät eingestellt.

Feuerwehr vor der alten Schule

Feuerwehr vor der alten Schule

1926 erhielt die Wehr als erste im Kreis Daun eine motorbetriebene Pumpe (TS 6) mit dem dazugehörenden Anhänger. Das besondere an dem Anhänger war seine Abprotzeinrichtung. Pumpe und Anhänger sind heute noch vorhanden und sogar funktionstüchtig. Es kann davon ausgegangen werden, dass die pferdebespannte Handdruckpumpe noch viele Jahre, besonders bei großen Bränden, neben der Motorpumpe zum Einsatz kam.

Das nächste Gerätehaus wurde östlich des alten Rathauses an der Hauptstraße errichtet. Zum Richtfest 1935 erschienen der Provinzial-Feuerwehrführer Wolf und Landrat Dr. Wirtz. Die Einweihung fand anlässlich der 600-Jahr-Feier der Gemeinde Gerolstein am 24.05.1936 statt. Das Feuerwehrhaus hatte für die damalige Zeit bereits zwei große Stellplätze und entsprechende hohe Tore. Im Dachgeschoß war der Unterrichtsraum mit Kleiderkammer, in welchem auch die Unterlagen der Wehr verwahrt wurden. Das gesamte Gebäude mit dem historischen Rathaus fielen 1945 den Bomben zum Opfer und damit auch alle Schriftstücke der Feuerwehr.

Nach dem Krieg waren die verbliebenen Geräte zunächst in der Scheune von Josef Schildgen (Reginen) an der Müllenport untergestellt. 1946 wurde das zerstörte Gerätehaus in unermüdlicher Arbeit wieder einigermaßen hergerichtet, in den folgenden Jahren wiederaufgebaut und am 22.10.1951 wieder eingeweiht. Jetzt konnte das 1949 gekaufte Löschfahrzeug mit Vorbaupumpe (LF 8) und die weiter ergänzten Geräte mit der persönlichen Ausrüstung ordnungsgemäß untergebracht werden. Die im Berg stehende Rückwand blieb jedoch feucht bis nass, was sich nachhaltig auf die gesamte Ausrüstung (Schimmel, Rost) auswirkte.

ehemaliges Feuerwehrhaus in der Hauptstraße

ehemaliges Feuerwehrhaus in der Hauptstraße

Der rasante Wiederaufbau nach dem Krieg und die vielen Wald- und Wiesenbrände veranlassten die seit 1953 wieder zur Stadt erhobene Gemeinde zur Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges (TLF 16/24) und eines Kohlensäureschnee-Anhängers (CO2).

Die jetzt herrschende Enge zwang die Stadt zu einem weiteren Neubau. Die schlechte Erfahrung mit einer feuchten Bergwand ließen die zunächst favorisierte Baustelle „Im Rondell“ ausscheiden. Die Wahl fiel schließlich auf den alten Markplatz, der seine Nutzung verloren hatte. Gründungsprobleme zwangen zur Kürzung der Stellplatztiefe von 12 auf 10 m. Das neue Gebäude umfasste 4 Fahrzeug-Stellplätze, 1 Unterrichtsraum, erstmals Toiletten sowie1 Wasch- und Duschraum und eine Hausmeisterwohnung. Baukosten 650.000 DM. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, wurde eine Erweiterungsfläche für 2 Stellplätze vorgesehen.

Bau des ehemaligen Feuerwehrhauses am alten Markt

Bau des ehemaligen Feuerwehrhauses am alten Markt

ehemaliges Feuerwehrhaus am alten Markt

ehemaliges Feuerwehrhaus am alten Markt

Bereits nach 20 Jahren hatte die bauliche und technische Entwicklung auch dieses Feuerwehrhaus überholt. Zunächst behalf man sich noch mit 5 Fahrzeugen auf 4 Stellplätzen. Nach Anschaffung der Drehleiter (DLK 23/6) war das nicht mehr möglich. 2 kleine Fahrzeuge und Katastrophenschutzgerät mussten in die ab 01.08.1990 angemieteten zwei Garagen Daubach in der Unteren Marktstraße ausgelagert werden. Nach Ablösung des Unfallhilfswagens (UHW) durch einen Rüstwagen (RW 1) wurde eine Fertiggarage neben das Feuerwehrhaus gestellt, Größe 7,43 m x 3,66 m, Torhöhe 3,00 m, Kosten 10.152 DM. Nachdem später die Fertiggarage bei der FF Müllenborn frei war, versetzten die Wehrmänner diese noch neben die vorhandene Fertiggarage, so dass hierin das neue Mehrzweckfahrzeug untergebracht werden konnte, welches den Gerätewagen Öl (GW-Öl) ablöste und als Mehrzweckfahrzeug mit Gefahrstoffbeladung (MZF-G) eingesetzt wird. Der zunächst auf der Kläranlage Lissingen abgestellte fahrbare Ölabscheider (Ölsanimat) des Kreises Vulkaneifel wechselte wegen Umbau derselben in die Garage Paul Schwarz, Raiffeisenstraße (ehem. Edeka Str.).

Damit waren Fahrzeuge und Geräte auf 3 Standorte verteilt, unabweisbare Zwänge für den jetzigen Bau. An dieser Stelle ein Dank an die „Heldner“ Nachbarschaft, die sich zu keiner Zeit über Störungen beschwerten, welche mit der größer werdenden Feuerwehr zunahmen, und auch keinen Anstoß an den fast auf der Straße sich umziehenden Wehrmänner nahm.

Übungstürme waren bis vor dem Krieg an der Oberen Marktstraße und danach auf dem bergseitigen Schulhof der St. Josef-Schule. Letzterer wurde Ende der 60er Jahre wegen Baufälligkeit abgerissen.

Steigerübung

Steigerübung

Damit sind wir beim heutigen Feuerwehrhaus angelangt. Wir sind zuversichtlich, dass Grundstück, Bauform und Bauweise auch den nicht vorhersehbaren Anforderungen der nächsten Generationen noch gerecht werden.